Die Waschnuss 2018-08-06T20:01:28+00:00

Die Waschnuss

Herkunft der Waschnuss

Die Waschnuss ist die Frucht des Waschnussbaums (Sapindus saponaria), der in den tropischen und subtropischen Regionen Asiens wächst, wo die Waschnuss bereits seit Jahrhunderten zum Waschen verwendet wird.
Als Frucht am Baum hat die Waschnuss eine orangene Farbe und ist ziemlich klebrig. Nach der Ernte im Spätjahr werden die Waschnüsse getrocknet. Durch die Trocknung ist die Waschnuss nicht mehr klebrig und hat eine rotbraune / dunkelbraune Farbe angenommen.
Das eigentliche Geheimnis der Waschnuss steckt in der Schale: Diese besteht nämlich bis zu 15% aus sogenannten “Saponinen” (lat. sapo = “Seife”). Diese Saponine bilden, wenn sie im Wasser bewegt und geschüttelt werden, einen seifenartigen, stabilen Schaum. Der innere, schwarze Kern der Waschnuss ist hingegen weder zum Waschen noch für den Verzehr geeignet.

Praktische Anwendung der Waschnuss

Waschnüsse sind auch in Europa unter dem Namen “Waschnuss”, “Seifennuss” oder “Reetha” erhältlich und sind, da ein Naturprodukt, auch für Allergiker und Neurodermitis-Patienten zum Waschen geeignet. Sie werden hauptsächlich zum Waschen von Wäsche verwendet, und im Gegensatz zu den handelsüblichen Waschmitteln schonen sie die Textilfasern und Farben Ihrer Wäsche. Die Verwendung einer Waschnuss ist sowohl umwelt- als auch hautfreundlich.

Wie wäscht man Wäsche mit einer Waschnuss?

Zunächst benötigen Sie einige Waschnuss-Schalen. Diese werden normalerweise mit kleinen Stoffsäckchen geliefert. Füllen Sie das Säckchen mit 4-6 halben Waschnuss-Schalen. Verknoten Sie es gut, damit das Säckchen beim Waschen nicht aufgeht und platzieren Sie es in der Waschmaschine zwischen der Wäsche. Starten Sie dann ganz normal den Waschgang.

Waschnüsse sind grundsätzlich für alle Temperaturen geeignet. Bei höheren Temperaturen weichen die Waschnuss-Schalen stark auf, so dass sie nach dem Waschgang entsorgt werden müssen. Wird nur bei niedrigen Temperaturen gewaschen, können die Waschnuss-Schalen mit der Wäsche getrocknet und später für einen weiteren Waschgang verwendet werden.

Waschnüsse können so für 2-3 Waschgänge verwendet werden. Um zu testen, ob die Waschnuss-Schalen noch einmal benutzt werden können, drücken Sie sie nach dem Waschgang leicht zusammen. Können Sie eine weiße, seifenartige Lauge herauspressen, können Sie die Waschnuss noch für einen weiteren Waschgang verwenden. Schäumen sie nicht mehr, können die Waschnuss-Schalen auf dem Kompost entsorgt werden.

Beim Waschen mit Waschnüssen muss allerdings beachtet werden, dass diese während des gesamten Waschvorgangs, also auch während der Spülgänge, Wirkstoffe an das Wasser abgeben, die dann in die Wäsche gelangen. Daher können diese Wirkstoffe durch eine Maschinenwäsche nicht vollständig aus der Wäsche entfernt werden. Falls diese Wirkstoffe eine Reizwirkung für den individuellen Allergiker entfalten, sollten die Waschnüsse vor dem letzten Spülgang aus der Trommel entfernt werden (Spülstopp-Taste betätigen, Wasser abpumpen lassen und dann das Säckchen mit den Waschnüssen entfernen). So können beim Spülen keine Wirkstoffe mehr ins Wasser gelangen.

Wirksamkeit der Waschnuss-Schalen

Die Waschnuss besitzt außer dem seifenähnlichen Stoff Saponin keinerlei weitere Zusatzstoffe, daher muss der Wäsche bei Bedarf zusätzliches Bleichmittel, Wasserenthärter oder Dufstoffe, z.B. in Form ätherischer Öle, beigegeben werden.

Die Waschwirkung von Waschnüssen bleibt hinter der handelsüblicher Waschmittel zurück. Dies kann jedoch ausgeglichen werden, indem Sie vorhandene Flecke vor dem Waschgang mit Gallseife behandeln.

Der Duft

Mit Waschnüssen gewaschene Wäsche ist duftneutral, d.h. sie riecht nicht. Möchten Sie Ihre Wäsche duftend, müssen Sie einen entsprechenden Zusatz in die Waschmaschine geben.

Gegenstimmen

Waschnuss-Kritiker bemängeln, dass sich die “Natürlichkeit” der Waschnuss in Grenzen hält, denn die waschaktiven Saponine seine nicht leichter biologisch abbaubar wie die Tenside, die in handelsüblichen Waschmitteln enthalten sind. Zudem fehlen Enzyme und Bleichmittel, so dass Textilien nach einigen Wäschen vergraue. Durch das Fehlen jeglicher Entkalker müsse – zumindest bei “hartem”, also stark kalkhaltigem Wasser, zusätzlich ein Wasserenthärter in die Waschmaschine gegeben werden, um eine Verkalkung zu verhindern.

Fazit

Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er der Waschnuss eine Chance gibt oder nicht. Unbestritten ist die Waschkraft der in der Waschnuss-Schale enthaltenen Saponine. Viele Befürworter der Waschnuss nutzen die Schalen auch für die Körperhygiene, zum Waschen der Haare oder im Haushalt zum Reinigen von Gold- und Silberschmuck oder teilweise auch für die Spülmaschine.
Eine große Erleichterung ist die Waschnuss definitiv für Allergiker und Neurodermitis-Patienten, denn die Waschnuss ist zu 100% natürlich und frei von chemischen Zusatzstoffen.

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